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20/08/2017 | Branchennews

Lebensmittelhandel im Internet: Durchbruch steht erst bevor

Rund 65 Prozent aller Deutschen shoppen regelmäßig im Internet. Bei den Lebensmitteln hat sich der Online-Kanal allerdings noch nicht durchgesetzt. Erst 16 Prozent der Bundesbürger tätigen ihre Alltagseinkäufe gelegentlich am Computer oder Smartphone. Und bloß 1,4 Prozent der Verbraucher kaufen mehr als die Hälfte der benötigten Nahrungsmittel im Netz.

Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Verbraucherstudie des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young (EY) zum Online-Shopping im Food-Bereich. Aber wer kauft eigentlich Brot, Käse und Kaffee im Web? Gestresste Manager? Gelangweilte Hausfrauen? Oder doch eher bleichgesichtige Nerds?

Online-Kundschaft aus allen Gesellschaftsschichten

Die EY-Studie fördert eine ziemlich gleichmäßige Verteilung der Käufer über alle Gesellschaftsschichten zutage. In der Altersgruppe der 41- bis 50-Jährigen findet sich mit 23 Prozent die größte Zahl an Verbrauchern, die ihre Lebensmitteleinkäufe mitunter digital erledigt. Wer glaubt, Senioren, seien Neuem gegenüber verschlossen, täuscht sich: Bei den über 61-Jährigen machen 16 Prozent von der praktischen Einkaufsmöglichkeit am heimischen PC Gebrauch. Dies ist der zweithöchste Wert aller Altersgruppen – gleich hoch wie bei den Digital Natives der U20-Generation.

Wenig Unterschiede gibt es auch bei den Einkommensklassen. In der einkommensstärksten Gruppe (über 7.000 Euro) haben mit 20 Prozent am meisten Befragte ihren Bordeaux oder ihr Wagyu-Filet schon online bestellt. An zweiter Stelle folgt die einkommensschwächste Gruppe. 18 Prozent der Umfrageteilnehmer mit einem Einkommen von bis zu 2.000 Euro ordern Tiefkühlpizza und Bier im Webshop.

Allerdings ist die Online-Bestellung von Esswaren bislang in erster Linie ein urbanes Phänomen. Während jeder fünfte Städter mindestens einmal per Computer, Tablet oder Smartphone eingekauft hat, nutzen erst 12 Prozent der Landbevölkerung den Online-Kanal im Food-Bereich. Die Stadt-Land-Kluft lässt sich damit erklären, dass das Angebot in ländlichen Regionen – insbesondere bei Frischprodukten – noch dürftig ist.

Suchmaschinen als erste Anlaufstelle

Gleichstellungsbeauftragten dürfte die EY-Studie übrigens ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Zwischen Frauen und Männern besteht nämlich keine Differenz. 16 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer tätigen ihre Nahrungseinkäufe zumindest ab und zu im Netz.

Wenig Grund zum Lachen haben hingegen die etablierten Lebensmittelverkäufer. Nicht einmal jeder zehnte Verbraucher startet seine Einkäufe auf der Website oder App eines traditionellen Einzelhändlers. Immerhin zehn Prozent der Befragten nannten Amazon als erste Anlaufstelle. Die restlichen 80 Prozent beginnen ihren virtuellen Shopping-Trip bei Google oder anderen Suchmaschinen. Für den Einzelhandel dürfte sich daher eine Investition in zusätzliche Suchmaschinenwerbung lohnen. Zumal die Studienautoren einen deutlichen Anstieg der Lebensmittelverkäufe im Internet erwarten.

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