Eine stetig wachsende Anzahl von Unternehmen setzt auf den Direct-to-Consumer-Verkauf (D-to-C), welcher sich durch die konsequente Umgehung von Groß- und Einzelhändlern auszeichnet. Was für den Handel eine existenzbedrohende Entwicklung ist, wird von vielen Herstellern als echte Chance gesehen.

Marken wie Nike, Adidas, Levis, Lego, Haribo und Miele versuchen durch die direkte Vermarktung an die Endkunden gezielt ihren Gewinn zu steigern. Hierbei helfen vor allem die für den Verbraucher niedrigeren Preise, die durch die wegfallende Händler-Marge zustande kommen. Aber auch die Produktpräsentation und der Service werden nicht mehr anderen überlassen, was nicht nur die Zufriedenheit der Kunden positiv beeinflusst, sondern auch den Umsatz des Herstellers.

Reduzierung der Abhängigkeit

Die Unternehmen reduzieren damit auch ihre Abhängigkeit von größeren Handelsketten, die durch eine aggressive Preispolitik und die Etablierung von Eigenmarken für zunehmenden Kostendruck auf der Herstellerseite gesorgt haben. Somit erhalten die Unternehmen durch den direkten Verkauf die volle Kontrolle über den Endpreis des Produktes und der damit verbundenen Wertschöpfung.

Individualität spielt beim D-to-C eine besonders große Rolle. Während der Handel zumeist nur standardisierte Erzeugnisse anbietet, können die Hersteller hier wesentlich besser auf persönliche Kundenwünsche eingehen. Ob es nun um die Farbe, Beschaffenheit, Eigenschaften oder Größe eines Produktes geht, das alles kann bei der Herstellung nach Möglichkeit direkt berücksichtigt werden.

Wertvolle Nähe zum Kunden

Der direkte Draht kommt auch bei den Kunden sehr gut an. So können sie auch komfortabel Abonnements für Verbrauchsmaterialien abschließen oder auf Angebote eingehen, die auf ihrem bisherigen Kaufverhalten basieren. Das alles schafft zu den Kunden eine wertvolle Nähe, die sich für beide Seiten langfristig auszahlt. Dazu ist mit dem Online-Shop sowie den eigenen Filialen, die viele Marken betreiben, eine flächendeckende Verfügbarkeit sämtlicher Produkte sichergestellt.

Wie nachhaltig diese Entwicklung ist

Da die Verbraucher aber zukünftig ihren Einkaufskorb nicht nur bei einem, sondern bei verschiedenen Anbietern befüllen dürfen, entsteht ein beträchtlicher Mehraufwand, der sich auch rechnen muss. Aber wie so oft, schlussendlich entscheiden die Kunden, wie nachhaltig diese Entwicklung ist.