Werbung wirkt. Dachten Sie. Studien zufolge hat Werbung längst nicht den beabsichtigten Erfolg wie viele vermuten. Ein Grund ist, dass viele Werbetreibende Ihre Zielgruppe nicht richtig adressieren. Zeit, dass sich etwas ändert.

Viele Menschen sagen, dass Werbung sie nicht interessiert und sie somit auch nicht durch Werbung beeinflussbar sind. Dabei wissen die meisten sehr wenig über die eigentliche Wirkweise von Werbung. Im Schnitt sind Menschen täglich mehr als 10.000 Werbebotschaften ausgesetzt, Tendenz steigend. Kein Wunder, dass viele Werbebotschaften nicht bewusst wahrgenommen werden bzw. keinen Einfluss auf das Kaufverhalten haben.

Dennoch wächst der Markt seit Jahren stetig und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Agenturen verwenden immer mehr Budget um die vermeintliche Zielgruppe zu erreichen und ergötzen sich an den Erfolgen der letzten, bisher besten Kampagne.

Das Phänomen kennen Sie wahrscheinlich vom Online-Shopping: Nachdem man etwas online gekauft hat, erhalten Sie unmittelbar danach Werbung für eine weiteres Produkt aus dem jeweiligen Online-Shop oder auf einer anderen Plattform. Sie kaufen zum Beispiel bei Amazon ein bestimmtes Produkt und kurze Zeit später erhalten Sie Werbung in Ihrem Facebook-Account. Facebook weiß somit, dass Sie bei Amazon gekauft haben und glaubt nun, dass Sie das Produkt gleich noch einmal benötigen. Sinnlos, aber scheinbar nur für den Konsumenten. Agenturen nutzen dieses Werbemittel bereits seit Jahren genau in dieser Form.

Studien haben nun herausgefunden, dass diese Art des Marketings nicht gewinnbringend ist, das gleiche gilt für TV-Werbung. Wissenschaftler konnten nachweisen, dass es keinen unmittelbaren Zusammenhand zwischen einer TV-Werbung und dem Umsatz der Marke gibt. Einige Wissenschaftler gehen sogar noch weiter und behaupten, dass die meisten Marken zu viel Geld in nutzlose Werbung investieren und so sogar Geld verlieren. Sie sollten also weniger Geld in Werbung investieren, da der ROI weitaus niedriger ausfällt als angenommen.

Bekannte Beispiele von Unternehmen, die vor einigen Jahren bereits ihr Budget gekürzt haben und dabei keinerlei Umsatzeinbußen erfahren haben, sind Unilever und Procter & Gamble.

Aber was sagen eigentlich die Werbeplattformen? Google ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Search-Anzeigen funktionieren, Facebook war zu einer Stellungnahme nicht bereit. Diese einfache Antwort der Werbeplattformen erfasst nicht einmal ansatzweise, was Forscher mittlerweile lang und breit untersucht haben: Nämlich, dass die Daten, auf denen Google und Facebook Ihre Werbemittel stützen unglaublich ungenau sind. Die Künstliche Intelligenz, die auf diesen Werbeplattformen eingesetzt wird, findet meist Menschen, die das bestimmte Produkt auch ohne Einfluss von Werbung gekauft hätten.

Kurz gefasst, die Werbung ist dort erfolgreich, wo Menschen sich bereits im Vorfeld für das Produkt interessiert hatten. Und: Wer das Werbebudget kürzt, muss nur geringe oder auch gar keine Umsatzeinbußen erfahren.

Und was tun die Marketing Manager dieser Welt, wenn sie solche Aussagen hören? Nichts, denn viele Agenturen werden nach Etat bezahlt und da wird ein höheres Budget nicht abgelehnt.

Erst wenn die Marketingabteilungen dieser Welt verstehen, dass sie selbst eine sinnlose Maschinerie befeuern, kann ein wirkliches Umdenken erfolgen und Werbung macht wieder Spaß.